11_Aphasie
APHASIE – Was ist das?
Aphasie ist eine erworbene Sprachbehinderung. Aphasie heißt wörtlich: „Verlust der Sprache“. Sie tritt nach einer Hirnschädigung auf. Zum Beispiel nach einem Schlaganfall oder nach einem Unfall.
Ein Aphasiker kann oft nicht mehr so gut sprechen, Sprache verstehen, lesen oder schreiben.
Das Denken und das persönliche Wissen sind dabei aber nicht betroffen.
Aphasiker haben oft auch noch andere Probleme:
Bewegungen und Handlungen gelingen nicht mehr automatisch. Zum Beispiel eine Orange schälen.
Oft fallen Bewegungen schwer. Zum Beispiel wegen einer Lähmung. Oder körperliche Funktionen sind betroffen, wie das Schlucken. Alltägliche Tätigkeiten geraten durcheinander. Zum Beispiel Körperpflege. Oder Termine.
Aphasikern fällt es schwer, sich auf mehrere Dinge gleichzeitig zu konzentrieren. Sie können ihre Gedanken oft nur schwer in Sprache ausdrücken. Und sie verstehen oft nicht mehr alles, was andere ihnen sagen wollen.
Was kann beeinträchtigt sein?
Das Sprechen ist für alle Aphasiker schwer. Manche suchen mühevoll nach Wörtern oder Sätzen. Andere sprechen flüssig, verwechseln aber Buchstaben oder vertauschen Worte. Zum Beispiel: Torcke (Torte)anschneiden.
Das Verstehen fällt manchen Aphasikern mitunter nicht leicht. Sie verstehen einzelne Wörter. Aber der Zusammenhang im Satz oder Text ist für sie nicht erkennbar. Ähnliche Wörter werden verwechselt. Zum Beispiel: Wand statt Hand. Oft bemerken Aphasiker die Verwechslungen nicht.
Das Lesen und Schreiben kann für Aphasiker genauso schwierig sein. Buchstabe für Buchstabe muss das Wort entziffert werden. Das Lesen ist anstrengend und braucht viel Zeit. Manchmal weiß ein Aphasiker nicht mehr, was er zu Anfang gelesen hat. Das ist sehr beschwerlich und ermüdend.
Was kann noch beeinträchtigt sein?
• Konzentration
• Gedächtnis
• Hören und Sehen
• räumliche Orientierung und Rechnen
• Gefühlsleben
Die vier verschiedenen Arten von Aphasie
Globale Aphasie
Der Globalaphasiker kann sich nur schwer verständigen. Oft spricht er einzelne Teile von Worten. Zum Beispiel „tatata“ oder „na ja, na ja“. Er versteht häufig Gesprochenes schlecht oder gar nicht. Ein Globalaphasiker begreift nur äußerst einfache Aufforderungen. Eine Verständigung ist sehr schwierig.
Broca-Aphasie
Der Broca-Aphasiker spricht oft mühsam und stockend. Er redet mit vielen Sprechpausen. Oft sind seine Sätze unvollständig. Er versteht meistens recht gut. Wenn ein Broca-Aphasiker spricht, hört es sich an wie in einem Telegramm.
Wernicke-Aphasie
Der Wernicke-Aphasiker versteht Gesprochenes nur teilweise. Er verwechselt beim Sprechen Worte und Buchstaben. Sein Redefluss ist überschießend und wirkt inhaltlich durcheinander. Manchmal ist es ein unverständliches Kauderwelsch.
Amnesische Aphasie
Der amnesische Aphasiker findet häufig nicht das passende Wort. Er versteht sehr gut. Auch das Lesen und Schreiben fällt ihm leicht. Da er nach passenden Worten suchen muss, hört es sich oft etwas zögernd an.
Begleiterscheinungen
● Sprechmotorische Störungen (Dysarthrophonie) MEHR
● Schluckstörungen (Dysphagie) MEHR
Kommunikation und Umgang mit Aphasikern MEHR
SprechangstMEHR
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